Die Leistungsspange

der deutschen Jugendfeuerwehr

Grundsätze:

Der Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes verleiht allen in- und ausländischen jugendlichen Bewerbern im Alter bis 18 Jahren, die sich mindestens ein Jahr in der Gemeinschaft einer Jugendfeuerwehr bewährt und die geforderten Leistungen erbracht haben, als Dank und Anerkennung für diese Bereitschaft, ihre Dienstfreudigkeit und ihren Einsatz die Leistungsspange der Deutschen Jugendfeuerwehr.

leistungsspange
Leistungsspange der Deutschen Jugendfeuerwehr

Die Leistungsspange der Deutschen Jugendfeuerwehr erfordert eine fünffache Leistung innerhalb der Gemeinschaft der taktischen Gliederung der Löschgruppe. Diese Leistungsbewertung erstreckt sich auf gute persönliche Haltung und geordnetes und geschlossenes Auftreten, auf Schnelligkeit und Ausdauer, auf Körperstärke und Körpergewandtheit und auf ausreichendes feuerwehrtechnisches und allgemeines Wissen und Können. Die Leistungsspange soll Prüfstein und Auszeichnung für junge Menschen sein, die sich schon frühzeitig als Einzelne in eine Gemeinschaft und ihre Ordnung einfügen, in ihr Verantwortung und Pflichten übernehmen und sich zur praktischen Hilfstätigkeit am Mitmenschen vorbereiten.

Durchführungsrichtlinien:

Die Beantragung einer Leistungsbewertung erfolgt auf dem Anmeldevordruck bis 31. Januar eines jeden Jahres durch den Kreisjugendfeuerwehrwart. Die Genehmigung erteilt der Landesjugendfeuerwehrwart und informiert im Rahmen des Verteilers den Fachbereichsleiter Wettbewerbe. Spätestens vier Wochen vor der Abnahme muss von Seiten des Kreisjugendfeuerwehrwarts das Programm und alle Mitgliedsausweise der Deutschen Jugendfeuerwehr an den Landesjugendfeuerwehrwart übersandt werden. Der Landesjugendfeuerwehrwart bestellt, sofern er nicht selbst die Abnahme vornimmt, einen Abnahmeberechtigten und übergibt ihm die geprüften Unterlagen. Der Abnahmeberechtigte führt die Bewertung durch und bestätigt durch Eintragung im Mitgliedsausweis (mit Datum und Stempel) die Verleihung der Leistungsspange. Die Mitgliedsausweise werden sofort an die Bewerber der Leistungsspange mit der Leistungsspange zurückgegeben. Die Bestätigung im Mitgliedsausweis entfällt bei Bewerbern ausländischer Jugendfeuerwehren, sofern diese keinen Mitgliedsausweis ihrer Jugendfeuerwehr besitzen. Die Bewertungsbogen werden im Rahmen des Verteilers weitergeleitet. Deutsche Bewerber ohne gültigen Mitgliedsausweis der Deutschen Jugendfeuerwehr können an der Leistungsspange nicht teilnehmen. Bewerber ausländischer Jugendfeuerwehren haben ihre Zugehörigkeit und das Eintrittsdatum nachzuweisen. Hieraus muss das Geburtsdatum des Bewerbers ersichtlich sein. Dies ist genau zu prüfen. Abnahmeberechtigte, die gegen diese Bestimmungen verstoßen, müssen damit rechnen, dass ihnen die Abnahmeberechtigung für immer entzogen wird. Beschlussfassung erfolgt durch den Deutschen Jugendfeuerwehrausschuss.

Die Disziplinen

Schnelligkeitsübung:

Hier wird das vorschriftsmäßige Auslegen und Kuppeln einer Schlauchleitung aus 8 Längen doppelt gerollter C-Druckschlauch durch die gesamte Gruppe unter dem Kommando des eingeteilten Gruppenführers in einer Maximalzeit von 75 Sekunden verlangt.

Die Übung beginnt an der Startlinie, an der die Gruppe in einer Linie zu einem Glied hinter den Rollschläuchen Stellung genommen hat. Jedes Gruppenmitglied, außer dem Gruppenführer, erhält hier ein Brusttuch mit einer Nummer als Kennzeichnung.

Die Übung endet nach erfolgtem Auslegen der Schlauchleitung an der Ziellinie, sobald die Gruppe wieder in einer Linie Stellung genommen hat. Die Leistung ist erreicht, wenn die Schlauchleitung ohne Verdrehungen, gut ausgezogen und vorschriftsmäßig, von den Jugendfeuerwehrangehörigen der Gruppe gekuppelt und in der vorgeschriebenen Zeit verlegt worden ist.

Kugelstoßen:

Hier ist eine Kugel durch je einen Stoß aller neun Angehörigen einer Gruppe mindestens 55 Meter weit zu stoßen. Die männlichen Bewerber haben dabei eine Kugel von 5 Kilogramm und die weiblichen Bewerber eine Kugel von 4 Kilogramm zu verwenden. Die Kugel ist jeweils bei Jungen und Mädchen zu wechseln.

Die Übung kann auf zwei verschiedene Arten durchgeführt werden:

1. Die Übung beginnt an der Startlinie. Der Nächste stößt jeweils ohne Anlauf (maximal 2 Schritte) von dort aus, wo die Kugel aufgetroffen ist. Mit dem letzten Stoß muss mindestens die 55 m-Marke erreicht werden, wenn die Leistung erfüllt sein soll.

2. Die Gruppe stößt immer von derselben Startlinie aus (z.B. im Kugelstoßkreis). Hie sind ebenfalls zwei Schritte Anlauf gestattet. Die erreichten Werte werden jeweils addiert. Nach Beendigung der Disziplin müssen 55 m erreicht sein.

Staffellauf:
Beim Staffellauf wird das Durchlaufen einer Strecke von 1500 Meter durch alle 9 Angehörigen der Gruppe in beliebig einzuteilende Teilstrecken gefordert. Als Stafette dient ein Staffelholz. Der Lauf beginnt mit dem ersten Läufer an der Startlinie. Die übrigen Läufer werden, ihrer Leistungsfähigkeit entsprechend, für längere oder kürzere Laufstrecken auf der 1500 Meter Bahn verteilt. Jeder Läufer darf nur einmal eingesetzt werden. Bei jedem Wechsel ist das Staffelholz dem nächsten Läufer zu übergeben. Der letzte Läufer muss zur Erfüllung der Leistung das Staffelholz spätestens nach 4 Minuten und 10 Sekunden durch das Ziel tragen. Zwei Streckenalternativen sind möglich: Die gerade Strecke oder das Laufoval.

Fragen beantworten:

Alle Angehörigen der Gruppe haben Frage aus folgenden Gebieten zu beantworten:

1. Organisation der Feuerwehr

2. Ausrüstung der Feuerwehr

3. Geräte der Feuerwehr

4. Löschmittel und Löschverfahren

5. Unfallverhütung

6. Gesellschafts- und Jugendpolitik

Die Gruppen treten zur Leistungsbewertung im Übungsanzug der Deutschen Jugendfeuerwehr mit Schutzhelm und festem Schuhwerk an. Bei den feuerwehrtechnischen Übungsteilen sind Schutzhandschuhe zu tragen. Das Kugelstoßen und der Staffellauf werden im Sportzeug ( Spikes und Stollenschuhe sind nicht zulässig ) durchgeführt.

Platzaufbau:

Für die Vorbereitung und Herrichtung des Übungsplatzes und der Übungsbahnen ist die örtliche Feuerwehrorganisation verantwortlich. Diese stellt auch die erforderlichen Geräte und Hilfsmittel für die Abnahme der Leistungsbewertung zur Verfügung. Der Übungsplatz muss so gestaltet werden, dass die Gruppen zügig von einer Übung zur nächsten übergehen können. Dies erfordert unter Umständen die Herrichtung mehrerer Übungsbahnen für einzelne Übungen.

Im einzelnen sind mindestens einzurichten:

    • für die Schnelligkeitsübung: eine Bahn von 130 m Länge und 12 m Breite mit einer Start- und Ziellinie in 120 m Abstand, eine Festkupplung an der Startlinie sowie    Markierungslinien in je 15 m Abstand
    • für das Kugelstoßen: eine abgesperrte Bahn von 80 m Länge und 6 m Breite mit Start- und Ziellinie in 55m Abstand
    • für den Staffellauf: eine Laufbahn von 1500 m Länge mit Start- und Zieleinrichtungen
    • für den Löschangriff: eine Bahn von 12 m Breite und 90 m Länge mit Markierungen für den Standort der Tragkraftspritze
    • für die Fragenbeantwortung: ein geeigneter Unterrichtsraum oder –platz
    • Alle verwendeten feuerwehrtechnischen Geräte müssen den DIN-Normen entsprechen.

Für je eine Übungsbahn werden benötigt:

    • für die Schnelligkeitsübung: 8 C-Druckschläuche 15 m lang , 2 Stoppuhren
    • für das Kugelstoßen: 1 Kugel mit 5 kg Gewicht, 1 Kugel mit 4 kg Gewicht, 2 Holzlatten
    • für den Staffellauf: 1 Staffelholz als Stafette, 2 Stoppuhren
    • für den Löschangriff: Geräte für einen Löschangriff ohne Bereitstellung nach gültiger FwDV
    • für die Fragenbeantwortung: 1 Tisch und Sitzgelegenheit für mind. 10 Personen

Bewertung

Die Bewertung:

Die Bewertung erfolgt durch den Abnahmeberechtigten der Deutschen Jugendfeuerwehr und die fünf Wertungsrichter. Die Wertungsrichter müssen praktische Erfahrung besitzen und die Richtlinien für den Erwerb der Leistungsspange beherrschen. Jeder Wertungsrichter ist für einen Wertungsteil zuständig. Für die

Durchführung der Leistungsbewertung werden zusätzlich mindestens benötigt:

  • · für die Schnelligkeitsübung 1 Zeitnehmer
  • · für das Kugelstoßen 1 Zielrichter
  • · für den Staffellauf 1 Zeitnehmer
  • · für den Löschangriff 3 Bewerter

Die Leistungen in den einzelnen Übungen werden bewertet von:

  • · Wertungsrichter 1 für die Schnelligkeitsübung
  • · Wertungsrichter 2 für das Kugelstoßen
  • · Wertungsrichter 3 für den Staffellauf
  • · Wertungsrichter 4 für den Löschangriff
  • · Wertungsrichter 5 für die Fragenbeantwortung

Im Bewertungsblatt wird für die 5 Übungen und für den Gesamteindruck der Gruppe eine Punktzahl durch den jeweils zuständigen Wertungsrichter eingetragen. Die Punktzahl von 0-4 ergibt sich aus der erbrachten Leistung. Bei der Schnelligkeitsübung, beim Kugelstoßen und beim Staffellauf ist die Punkteskala von 0-4 den erzielten Werten zugeordnet:

PunkteSchnelligkeitsübung (Sek.)Kugelstoßen (Meter)Staffellauf (Min.)
0über 75unter 55über 4:10
1bis 75bis 59bis 4:10
2bis 65bis 64bis 3:55
3bis 60bis 70bis 3:40
4bis 55über 70bis 3:25

Beim Löschangriff wird vom Wertungsrichter 4 nach Anhörung der Bewerter die Gruppenleistung bewertet und als Punktzahl (Übung und Gesamteindruck) eingetragen. Bei der Fragenbeantwortung wird vom Wertungsrichter die Gruppenleistung bewertet und als Punktzahl eingetragen. Jeder Wertungsrichter für sich beurteilt den Gesamteindruck der Gruppe. Der Durchschnittswert (Wertungen geteilt durch 5) wird als Punktzahl eingetragen.

Folgende Punktwertung ist hier anzuwenden:

PunkteBeurteilung
mangelhaft/ nicht bestanden
1genügend/ bestanden
2befriedigend bestanden
3gut bestanden
4sehr gut bestanden

Die einzelnen Punktzahlen der 5 Übungen und der Durchschnitt der Beurteilungen des Gesamteindrucks werden addiert und ergeben die Gesamtpunktzahl. Aus allen Bewertungen muss eine Gesamtpunktzahl von mindestens 10 Punkten erreicht werden.

Die Gruppe scheidet aus, wenn:

  • die Gruppe weniger als 10 Gesamtpunkte erreicht hat. Die gesamte Übung kann frühestens nach 4 Wochen wiederholt werden.
  • der Gesamteindruck der Gruppe mangelhaft ist

· wenn eine 0-Wertung beim Löschangriff oder bei der Fragenbeantwortung vorliegt. Bei Erreichen einer Punktezahl von 10 Punkten darf die Disziplin, bei der die Gruppe mit 0 Punkten bewertet wurde, auf der gleichen Veranstaltung wiederholt werden. Bei einer 0-Wertung bei Löschangriff oder Fragenbeantwortung kann die Leistungsspangenbewertung erst nach 4 Wochen wiederholt werden.

Die Teilnehmer der Leistungsbewertung erkennen die Entscheidung des Abnahmeberechtigten der Deutschen Jugendfeuerwehr und der 5 Wertungsrichter an. Die Durchführung der Leistungsbewertung zum Erwerb der Leistungsspange der Deutschen Jugendfeuerwehr erfolgt mindestens auf Kreisebene. Die Leistungsbewertung sollte stets im Zusammenhang mit einem möglichst mehrtägigen Jugendfeuerwehrtreffen oder Jugendfeuerwehrlager durchgeführt werden. Der Stichtag für die Alterseinstufung der zur Leistungsbewertung antretenden Jugendlichen ist der 31. Dezember des laufenden Jahres. Die Abnahme der Leistungsbewertung kann nur durch einen Abnahmeberechtigten der Deutschen Jugendfeuerwehr erfolgen. Die Abnahmeberechtigung ist auf gesonderten Lehrgängen zu erwerben. Die Organisation der Leistungsbewertung obliegt dem Kreis- bzw. Landesjugendfeuerwehrwart. Die Anmeldung der Leistungsbewertung muss mittels des vorgesehenen Vordruckes bis zum 31. Januar eines jeden Jahres durch den Kreisjugendfeuerwehrwart beim Landesjugendfeuerwehrwart erfolgen. Die Genehmigung der angemeldeten Leistungsbewertung erfolgt durch den Landesjugendfeuerwehrwart. In begründeten Fällen kann die Genehmigung durch die Deutsche Jugendfeuerwehr widerrufen werden. Die Beschaffung der benötigten Wertungsblätter und Leistungsspangen erfolgt durch den Landesjugendfeuerwehrwart. Die Kosten trägt der Veranstalter. Die ordnungsgemäße Durchführung und Abnahme der Leistungsbewertung wird durch den Abnahmeberechtigten der Deutschen Jugendfeuerwehr auf dem Wertungsbogen bestätigt.